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Regenerative Energie –

Kombinierte Mühlen- und Biogasanlage

Soepenberg plant den Bau und Betrieb einer kombinierten Mühlen- und Biogasanlage im Industriepark Solvay Rheinberg. Die Anlage wird nach einem neuartigen Konzept ein Restsubstrat aus der Getreideverarbeitung für die Produktion erneuerbarer Energie nutzen.

Ende Oktober hat Solvay die Unterlagen für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan eingereicht. Das Anlagenkonzept wurde in den letzten Monaten technisch weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt jetzt auf der Mühlenanlage, die Biogasanlage bekommt den Status einer Reststoffanlage. „Die Politik hat die Weichen für die Energiewende gestellt. Das drückt sich unter anderem in der im Spätsommer verabschiedeten Novelle des EEG aus. Damit wird ab 2012 der Einsatz Nachwachsender Rohstoffe zurückgefahren. Gleichzeitig werden die Bedeutung großer Anlagen und die des speicherbaren Biogases für die Energiewende hervorgehoben“, erläutert Soepenberg-Geschäftsführer Norbert Scholten. „Die Modifizierung des Anlagenkonzepts trägt dieser Entwicklung Rechnung und sichert die langfristige Wirtschaftlichkeit der Anlage.“

Schwerpunkt: Stärkeproduktion

Eine Mühlenanlage mit Stärkeproduktion war immer Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Jetzt kommt ihr eine zentralere Bedeutung zu. Es ist beabsichtigt, die Getreidezufuhr in die Mühlenanlage auf netto 300.000 Tonnen zu erhöhen. Denn aufgrund innovativer Mahl- und Aufschlusstechniken können, neben Kleie und Eiweiß, hochwertige Stärkeanteile abgetrennt und einer weiteren industriellen Nutzung zugeführt werden. Dazu zählen die Herstellung von Pappe, Papier, Klebstoff oder Bioplastik. In die Biogasanlage hingegen fließt eine geringere Menge qualitativ minderwertiger Reststärke, ein sogenanntes Restsubstrat. „Zusammen mit Co-Substraten, wie z. B. Stroh, kann auch mit diesem modifizierten Konzept Biogas für rund 20 Megawatt Strom erzeugt werden. Erste Versuche der Uni Dresden belegen das“, so Scholten.

Mehr fossile Brennstoffe ersetzen

„Für Solvay bedeutet die Modifizierung des Konzepts einen deutlichen Vorteil für den Ersatz fossiler Brennstoffe“, unterstreicht der Rheinberger Werkleiter Dr. Richard Rösler. „Da mehr Kleie anfällt, können wir insgesamt rund 40.000 Tonnen Kohle pro Jahr im Solvay-Kraftwerk ersetzen. Das entspricht fast 20 Prozent am Standort Rheinberg. So können wir den Ausstoß an fossilem CO2 um rund 10 Prozent reduzieren. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.“ Die Gutachten zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan bescheinigen der Anlagenmodifizierung zudem eine Integrierbarkeit in vorhandene Bebauung, Verkehrswege und Landschaftsbild. Auch die Umweltverträglichkeit des weiterentwickelten Gesamtkonzepts wurde unter Berücksichtigung der Festsetzungen in puncto Schall, Geruch, Immissionen und Naturschutz bestätigt.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Die Anlage wird im Industriepark Solvay Rheinberg realisiert, weil hier die Stoffströme direkt genutzt werden können. Der Ausbau der Bioenergie entspricht dem Energiekonzept der Bundesregierung und den Klimaschutzzielen des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis 2020 insgesamt 18 Prozent und beim Strom sogar 35 Prozent betragen. Das geplante Projekt wird einen Beitrag zu diesem Ziel leisten.

Weitere Informationen: Folder Mühlen- und Biogasanlage